Erdnussöl Wirkung und Nährwerte – Kaufen oder einfach selber pressen?

Erdnussöl und Erdnüsse

Erdnussöl ist reich an Vitamin E und liefert wichtige Fettsäuren. Darüber hinaus besitzt es einen hohen Rauchpunkt von ca. 230 Grad Celsius, wodurch es sich gut zum Frittieren und Braten eignet. Welche weiteren positiven Eigenschaften Erdnussöl mitbringt, wo man es am besten kauft und wie man es ganz einfach selber kaltpressen kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis:

1. Definition und Herkunft von Erdnussöl

Erdnüsse zählen ursprünglich zu den Hülsenfrüchten. Sie zeigen gleichzeitig Merkmale der Nüsse auf. Im Stammbaum stehen sie neben den Erbsen und vielen Arten von Bohnen. Das englische Wort „peanut“ bedeutet wörtlich übersetzt „Erbsennuss“, was die Kombination gut beschreibt.

Erdnüsse wachsen im Boden einer Erdnusspflanze. Eine papierähnliche bittere Schale umhüllt die Samen. In einem Kokon wachsen zwischen einem und maximal sechs Samen. Diese sind sogar roh genießbar. Die Hauptsaison der Erdnuss ist von Juli bis September. Geröstet, getrocknet und in Süßigkeiten ist der Samen am bekanntesten. China verarbeitet mittlerweile am meisten Erdnüsse. Der Handel findet weltweit statt.

Das aus dem Samen gewonnene Öl gilt als sehr hochwertig. Je nach Herkunftsland variieren die Eigenschaften des Öls. Unterschieden wird hierbei zwischen dem Herkömmlichen und dem Afrikanischen.

Ersteres, ursprünglich aus der USA, hat eine gelbliche Farbe und ist fast geschmacklos. Das Erdnussöl ist sehr fettig und bildet im festen Zustand eine weiße Masse. Während des Sklavenhandels wurde die Pflanze nach Afrika getragen. Das von dort stammende Erdnussöl ist farblos, flüssiger und hat einen nussig milden Geschmack.

Erdnussernte

2. Der Inhalt von Erdnussöl

Erdnussöl besteht größtenteils aus verschiedenen Ölsäuren. Doch auch viele Vitamine und Mineralstoffe sind enthalten. Daher es keinerlei Zucker und Kohlenhydrate aufweist, gilt es als sehr gesund. Mehrere Fettsäuren bilden den Hauptbestandteil Triglycerid.

 

3. Industrielle Herstellung

Nach der Ernte der Erdnüsse werden diese zwei bis vier Wochen getrocknet. So reduziert sich der Wassergehalt von circa 40 Prozent auf fünf bis sieben Prozent. Der Fettgehalt beträgt circa 45 Prozent, was auf die Inhaltsstoffe zurückzuführen ist.

Nach der Trocknung wird die Ernte geschält, gereinigt und zerkleinert. Um das Produkt natürlich und so intensiv wie möglich zu halten, werden die Rückstände nun kalt gepresst. Anschließend wird n-Hexan hinzugefügt und durch eine Destillation wieder entfernt. Dadurch wird alles an Erdnussöl gewonnen und es werden die Reste minimiert.

Das Erdnussöl ist bis zu 160 Grad Celsius erhitzbar, ohne dass das Produkt verbrennt. In der industriellen Herstellung erfolgt dann die Raffinierung. In diesem Schritt wird die Masse so aufbereitet und gefiltert, dass ein einheitliches Produkt auf dem Markt verkauft werden kann. Durch die Raffinierung kann das Erdnussöl nun bis zu 230 Grad Celsius erhitzt werden.

 

4. Private Herstellung

Stellt man Erdnussöl selbst her, wird das nötige Zubehör gebraucht. Besonders gut eignet sich hierbei eine Ölpresse. Hier sind sowohl manuelle Ölpressen als auch automatische erhältlich. Die Kaltpressung ist mit beiden Geräten umsetzbar. Die automatischen Geräte bieten mittlerweile auch die Heiß- Warmpressung an, um den Prozess zu verbessern.

Die fetthaltigen Erdnüssen werden in beiden Fällen gepresst. Die Flüssigkeit läuft in ein Auffangbecken und die Reste in eine weitere Schale. Hierbei sollte darauf geachtet werden, hochwertige Erdnüsse zu kaufen. Bio Produkte empfehlen sich sehr, da keine Pestizide enthalten sind. Das unraffinierte Ergebnis ist einzigartig und sehr gesund.

 

5. Vor- und Nachteile von Erdnussöl

Vorteile von Erdnussöl sind die vielen Verwendungszwecke und die Wirkungen. Es reichen oft nur kleine Mengen, die Großes bewirken können. Bei richtiger Lagerung ist die Haltbarkeit ebenfalls ein Segen. Außerdem wächst die benötigte Pflanze überall dort, wo es warm ist. So konnte sie schon mehrfach umgesiedelt und verbreitet werden.

Ein Nachteil kann die Lagerung sein. Schon bei circa zehn Grad Celsius wird der Zustand dickflüssig. Bei drei bis minus zwei Grad Celsius ist das vorherige Erdnussöl fest. Ein weiterer Nachteil ist die Unverträglichkeit des Hauptrohstoffs.

 

5.1 Erdnussallergie

Eine Allergie kann vererbbar sein. Schon Babys können Reaktionen zeigen. Auch eine Fehlfunktion des Immunsystems löst diese Erkrankung aus. Hierbei bildet der menschliche Körper Antikörper.

Bei der nächsten Einnahme einer Erdnuss sei die Menge noch so gering, wird eine allergische Reaktion ausgelöst. Dies kann in Form von Atembeschwerden, Juckreiz, Übelkeit, Durchfall, Rötungen, Schwellungen und selten auch in Schockanfällen auftreten. Die Reaktion kommt innerhalb von zwei Stunden. In der Regel wissen Betroffene Bescheid und damit umzugehen. Bei plötzlichem Auftreten sollte immer ein ärztliches Gespräch gesucht werden.

 

6. Verwendung von Erdnussöl

Das beliebte Erdnussöl ist vielseitig einsetzbar. Besonders bekannt ist es in der Küche. In der japanischen und chinesischen Kultur ist die nussige Note sehr beliebt. Die hohe Hitzebeständigkeit weitet die Verwendungszwecke enorm aus.

So kann das Erdnussöl zum Backen, Dünsten, Braten und in raffinierten Zustand sogar zum Frittieren eingesetzt werden. Kalte Vorspeisen wie zum Beispiel Salate werden ebenfalls gerne von dem Erdnussöl in Form von Dressing begleitet. Neben dem Verzehr wird das hochwertige Produkt auch in der Kosmetik und bei Pflegeprodukten eingesetzt.

Haare und Haut werden verwöhnt. Auch medizinische Produkte weisen oft das heilend wirkende Mittel auf. Im Jahr 1900 bewies Rudolf Diesel, dass sich das Erdnussöl sogar als Kraftstoff eignen würde.

Erdnüsse mit Schale

7. Wirkungen und Besonderheiten von Erdnussöl

Erdnussöl kann äußerlich und innerlich angewendet werden. Zur Einnahme ist es besonders zum Verzehr geeignet. Die Inhaltsstoffe sorgen für eine gesunde Ernährung. Dank dem hohen Vitaminanteil findet sich das Produkt oft in Medikamenten wieder.

Es senkt den Cholesterinspiegel und den Blutdruck. Depressionen und Krebserkranken sollen dadurch ebenfalls einen Schritt in die heilende Richtung gehen. Äußerlich ist das Erdnussöl als Badezusatz oder für Massagen anwendbar. Es spendet viel Feuchtigkeit und regt den Stoffwechsel an. Das Hautbild wird besser und trockener Haut wird vorgebeugt.

 

8. Der Kauf und die Lagerung von Erdnussöl

Beim Kauf ist vor allem auf das Äußere zu achten. Die Inhaltsstoffe auf dem Etikett müssen vielseitige Fettsäuren aufführen, um von Qualität sprechen zu können. Das Öl sollte keine Trübstoffe enthalten. Sollten diese darin schwimmen, ist vom Kauf abzuraten. Setzt man auf Qualität, ist es ratsam, ein Bio Produkt zu kaufen.

Bei der Herstellung wird hier auf die Erhitzung verzichtet. Der Geschmack, die Farbe und die Inhaltsstoffe sind demnach intensiver. Trotz dem Verlust der letzten Filterung ist das Produkt hochwertig. Verschiedene Kriterien und dessen Kontrollen sorgen für das Ergebnis. Das Erdnussöl wird hier in dunklen Flaschen abgefüllt, um den direkten Lichtkontakt zu vermeiden. Die Bio Produkte sind in der Regel ein Jahr haltbar.

Die Lagerung sollte immer kühl, verschlossen und dunkel sein. Wird das eingehalten, ist das Erdnussöl bis zu zwei Jahre haltbar. Ist ein Kriterium nicht erfüllt, beträgt die Haltbarkeit mehrere Monate. Die Flasche muss in dem Fall genau beobachtet werden, da sich Schimmel bilden kann.

 

9. Ergänzungen und dessen Verwendungen

Verbindet man Erdnussöl mit Paraffinen, dient dies zur Behandlung von offenen Stellen. Bei Neurodermitis, Schuppenflechte, extremen Juckreiz oder Ekzemen lindert das Erdnussöl die Symptome.

Es dient als Schutzschicht vor weiteren Einwirkungen und es ist entzündungshemmend. Bei dieser Anwendung sollte auf weitere Produkte wie Seife oder Shampoo verzichtet werden, um die Haut nicht wieder zu neutralisieren. Werden Aromastoffe hinzugefügt, entstehen Duftmittel, die bei Massagen als angenehm und beruhigend empfunden werden.

Bei Verstopfungen kann das Erdnussöl mit warmen Wasser vermengt werden. Dies sollte nur in kleinen Mengen erfolgen und die Temperatur muss zwischen 38 und 40 Grad Celsius liegen.

Schon bei einem Unterschied von acht bis drei Grad Celsius kälter, kann es zu Krämpfen und Unwohlsein kommen. Wird die richtige Temperatur verwendet, dient die angenehme Wirkung zweierlei. Die Verstopfung wird gelöst und eine Reizung an den ausscheidenden Stellen wird vermieden.

 

10. Ähnliche Produkte im Vergleich zum Erdnussöl

10.1 Mandelöle und Erdnussöl

Mandelöl weißt dieselben Eigenschaften wie das Erdnussöl auf. Den einzigen Nachteil hierbei: Es ist nur bis zu einer Temperatur von 120 Grad Celsius erhitzbar. Manche Zubereitungsarten können hiermit beim Kochen nicht ausgeführt werden, ohne das das Öl verbrennt.

 

10.2 Low Carb Mandelmehl und Erdnussöl

Das low carb Mandelmehl ist glutenfrei, hat, wie der Name schon sagt, wenig Kohlenhydrate und einen geringen Zuckeranteil. Es wird aus den Resten der Produktion von Mandelöl hergestellt.

Das vergleichsweise teure Mehl ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Es gilt als besonders sättigend und wird bei Soßen, Smoothies und Backwaren verwendet. Der eher süßliche Geschmack passt perfekt zu dem nussigen Erdnussöl. Die Kombination kommt immer mehr in den Trend.

 

10.3 Hochwertiges Pekannussöl

Die goldgelbe Flüssigkeit stammt aus den USA und hat einen leicht süßlichen Geschmack. Ähnlich wie Walnussöl hat die Nuss einen Anteil von 70 Prozent an Fett nachzuweisen. Es wird zum Verzehr in Form von Süßspeisen, in der Reis- und Getreideverarbeitungen und bei Salaten verwendet. Auch in der Kosmetik hat das eher unbekannte Öl seine Verwendung.

 

10.4 Natives Kokosöl und Erdnussöl

Das Fleisch der Kokosnuss bildet ein weißgelbes Pflanzenfett. Das daraus entstehende native Kokosöl wird zum Braten, Backen, Frittieren und in der Kosmetik benutzt. Es besteht wie das Erdnussöl zu großen Teilen aus Tiglyceriden, ist jedoch nicht so gesund.

Viele Inhaltsstoffe sind im Vergleich in diesem Öl nicht vorhanden. Bei richtiger Lagerung hält das Produkt circa zwei Jahre. Die Gewinnung führt zu illegalen Rodungen in den Tropen, weshalb es keine zukünftige Lösung sein darf die Verwendung dessen auszuweiten.

Im Vergleich weist das Erdnussöl die besten Werte auf und wird am meisten eingesetzt. Außerdem sind einige leckere und hilfreiche Kombinationen möglich, die aus dem Konkurrenzkampf ein gemeinsames Ziel machen.

Selbstgemachtes kaltgepresstes Erdnussöl

11. Fazit zum Erdnussöl

Das fetthaltige Erdnussöl ist gesund, natürlich und bietet unzählige Einsatzmöglichkeiten. Von der Ernährung über die Kosmetik und Pflege bis hin zum medizinischen Zweck ist es eine vielseitige Hilfe. Bei dem Einsatz sollte sich dennoch immer schlau gelesen werden.

Letztendlich ist das Erdnussöl eine revolutionäres Mittel, das immer bekannter und beliebter wird. Hierbei ist es egal, ob das industriell oder privat hergestellte Ergebnis genutzt wird. Wer das Interesse und nötige Zubehör mitbringt, kann sich so voll ausleben. Wer es schnell und gesund mag, greift zu dem Erdnussöl auf dem Markt. Auch hier sind Geschmacksvariation durch das Kombinieren beider möglich.

Letzte Aktualisierung am 29.11.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API